Crew Of Glory-Reise die fünfte

Wie die Zeit vergeht! Da waren wir doch erst „kürzlich“ für ein Doppelkonzert mit Crown Of Glory in Italien und schon steht die fünfte Crew Of Glory-Fahrt an. Laut bisherigem Grossbus-Kleinbus-Grossbus-Kleinbus-Rhythmus wurden wieder genug Fans zusammen getrommelt, um einen Grossbus zu chartern Auf dem Programm stand das The Ranch Festival in Hechingen und der zweite Auftritt im Rocks Nersingen bei Ulm. Und ja - beide Orte wurden von Band und Crew verrockt!


Freitagmorgen in Sursee: Es ist bewölkt und der gewohnte Parkplatz wird durch einen Zirkus blockiert. Entsprechend ist der Einstieg ins Wochenende etwas chaotisch. Da diesmal sehr viele neue Crew-Mitglieder dabei sind, herrscht eine Atmosphäre wie beim ersten Ausflug: Man beschnuppert sich von der Ferne und wächst in den kommenden zweieinhalb Tagen immer mehr zusammen. Mal sehen, ob auch heuer aus zwei (sich noch unbekannten) Personen langfristig drei werden! Ebenfalls schön, dass die meisten Crew-Mitglieder ein Problem erkannt und entsprechend gehandelt haben: Die im Vorfeld verteilten und exklusiv hergestellten hochwertigen Crew Of Glory-Reisetaschen sehen alle gleich aus! Mit ein paar Bändeln oder Farben findet Mann und Frau seine Tasche trotz vielen „Klonen“ schnell wieder.


Neben der Band und einigen hartnäckigen „immer wieder dabei-Seienden“ ist auch Buskapitän Andy erneut an Bord. Gerüchteweise hat er die neue Sekretärin des Busunternehmens auf Knien bestürmt, um die Crew wieder fahren zu dürfen. Diese Freude steckt schnell an, so dass, zusammen mit ein paar Bieren, schnell eine gemütliche Stimmung aufkommt. Hechingen ist das Ziel, welches nahe am Bang Your Head-Festival-Ort Balingen liegt. Scheinbar ist der The Ranch Festival-Chef ebenfalls beim BYH involviert. Dies lässt einige frohlocken, während andere abwarten und versuchen, nicht das Schlimmste zu befürchten. Nach einem kurzen Stopp im Hotel mit grosszügiger Umziehpause geht es bereits ans Festival. Hier bewahrheiten sich sowohl die Euphorie wie auch die Bedenken. Der Ort ist grundsätzlich in Ordnung, die Bedingung nett, aber das Verpflegungsangebot für die Besucher mässig und der Bier- und Colakonsum dank einem „durchdachten“ Bonsystem unnötig kompliziert. Für Abhilfe sorgt das nahe, aber etwas versteckte Einkaufszentrum.


Zuvor trifft man aber auf unerwartet viele Leute aus der Schweiz. Neben den Souls Of Rock(ern) mit ihrem Verkaufsstand sind auch ehemalige Crew-Mitglieder und Veranstalter kleiner Schweizer Festivals in Hechingen. Der Konzertort selber stellt sich als Discotheke mit vielen Sitzmöglichkeiten heraus, vor deren Tanzfläche eine Bühne improvisiert wurde. Wo sonst zu Konservenmusik getanzt wird, ist heute Headbangen angesagt. Vanish und Emerald Sun als Anhezier spielen noch vor spärlichem Publikum. das sich auch kaum vor die Bühne traut. Besser wird es erst mit Crown Of Glory. Wofür natürlich die Crew sorgt, die doch den einen oder anderen Einheimischen anstecken kann. Schön auch, dass Matthias Luly Walz (siehe letzter Bericht) extra für diesen Abend nach Hechingen gefahren ist – und somit das Familien-Treffen perfekt macht. Wegen technischer Probleme verzögert sich allerdings der Start. Etwas nervös machen Crown Of Glory das Beste draus und verzichten kurzfristig auf die Ballade „Save Me“. Gut so! Denn damit wird einfach durchgerockt. Die anschliessenden CD- und T-Shirt-Verkäufe bestätigen den gelungen Auftritt.

         

         


Die nachfolgenden C.O.P. UK. lösen dagegen unterschiedliche Reaktionen aus. Die einen Crew-Mitglieder sind Riesenfans, die anderen widmen sich lieber dem gesitteten Biertrinken. Einigkeit herrscht dagegen bei Mystic Prophecy und Brainstorm.

        

    COP UK in action                                                                           Brainstorm 

Beide Bands killen von Anfang bis zum Ende und führen der Crew vor, dass bei „ihrer“ Band in Sachen Bühnenpräsenz noch Luft nach oben ist. Beim Weg zurück ins Hotel zerbricht die Einheit der Crew. Es werden Legenden geschmiedet, welche am nächsten Tag DAS Thema im Bus nach Nersingen sind.


Nersingen liegt nahe an Ulm. In Ulm gibt es einen von Kusi angepriesenen Gothic-Shop. Dieser, so sagt das ungeschriebenes Crew-Gebot, sollte unbedingt besucht werden. Aber wie kommt man von Nersingen nach Ulm? Die einen entscheiden sich, direkt von Nersingen mit dem Zug nach Ulm zu fahren und danach per Taxi ins Hotel zu reisen. Von dort tuckert der Grossbus ins Rocks. Andere wählen den umgekehrten Weg – und werden von den Taxifahrern abgezockt. Entsprechend zerbricht die Einheit der Crew bereits am Nachmittag wieder, um sich pünktlich zu den ersten Klängen der Anheitzer Headless Beast wieder im Rocks in Nersingen zu vereinen. Matthias Walz kann heute leider nicht dabei sein. Er wird aber durch weitere Deutsche-Crew-Mitglieder vertreten, die Teilweise einen beachtlichen Reise auf sich genommen haben. Der Sound ist dank Crown Of Glory Tonmeister Rafi bei allen Bands annehmbar bis super. Die Platzverhältnisse mit der kleinen „Bühne“ schaffen eine etwas enge aber sympathische Kneipenatmosphäre. Dazu gibt es das deutlich bessere Bier als am Vorabend. Und ein schnödes Bonsystem weicht heute der guten alten Barzahlung. Headless Beast gewinnen ein Teil der Crew für sich, während die Nachfolger Facingfears schon grössere Lücken im Publikum entstehen lassen. Die Crew ist aber vor allem für ihre Band da. Und diese überzeugt heute mit einem deutlich längeren Set. Gerüchteweise sollte an diesem Abend das schon lange nicht mehr gespielte „Crown Of Glory“ zum Besten gegeben werden. Dies steigert die Vorfreude einiger Uralt –Fans zusätzlich und geschieht dann auch tatsächlich. Freude hat aber nicht nur die Crew, sondern ebenfalls ein paar Eingeborene, welche die beim letzten hiesigen Auftritt gekauften Crown Of Glory-Textilien mit Stolz tragen. Der Auftritt selbst wird trotz engen Platzverhältnissen zum erwarteten Siegeszug, wobei die „Locals“ wie bereits beim ersten Mal den Auftritt fast versteckt von der Bar aus geniessen.


Verschiebungen der Auftrittszeiten führen dazu, dass die Hotel-Rückreise nach dem Auftritt von Crown Of Glory etwas chaotisch ausfällt. Busfahrer Andy möchte unbedingt die gesetzlichen Ruhezeiten einheilten und bewegt sein Fahrzeug deshalb überpünktlich anstelle um 1 Uhr bereits (nach Busanzeige) um 0.58 Uhr. „Naja“, denken sich die einen, „dann wird halt im Hotel weiter gefeiert“, während andere gleich in Nersingen bleiben und irgendwann (viel) später per Taxi in ihre Schlafstellen zurückkehren.


Müde Gesichter sind am nächsten Morgen die Regel und nicht die Ausnahme. Da hilft nur ein Konterbier! Andy fährt die Crew zurück nach Nersingen, wo das Bandequipment in den Bus eingeladen wird. Danach geht’s zurück in die verregnete Schweiz. Was soll denn jetzt noch Spannendes passieren? Naja, Hungi hatte noch das Demo eines neuen Songs versprochen. Dieses wird unter einem gewissen Widerstand von Komponist Hene gespielt und sehr wohlwollend aufgenommen. Ebenfalls super Reaktionen lösen die Karton-Kronen in einer Österreichischen Autobahngaststätte aus. Kurzerhand wird die ganze Crew mit diesen Kronen ausgestattet. Ein entsprechendes Gruppenfoto „krönt“ das Wochenende. Der Abschied ist dank ähnlichen Bedingungen wie am Freitag wieder wild. Es regnet wieder einmal. Trotzdem versucht die Crew wirklich jeder Nase „Tschau“ zu sagen.


Schön wars wieder! Auf weitere fünf(zehn) Fahrten!




Livereview Crown of Glory
Sicking High Rock, 25. Juni 2016
By Roger Wetli, Konzertfoto Karin Safi und Pascal Strimer
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