Crew Of Glory-Reise die 8.

17. bis 19. August 2018, Rhön Rock Open Air in Hünfeld Deutschland

Vor-Abschied von Keyboarder Philipp
Crown Of Glory haben dieses Jahr bereits zwei Besetzungswechsel hinter sich. Nachdem Schlagzeuger Marcel „Burgo“ Burgener seinen Abschied genommen hatte, war nun die Reihe an Keyboarder Philipp. Er teilte am Rhön Rock Open Air zum vermeintlich letzten Mal die Bühne mit Crown Of Glory – und das nach 20 Jahren. Der Abschied verursachte einige Tränen. Zumal es sich bei Philipp um einen Cousin der beiden Brüder Hene (Gesang) und Kusi (Gitarre) handelt. Zwei Jahrzehnte steckt man auch nicht einfach so weg. Kommt hinzu, dass sich Philipp mit seinem starken Background-Gesang und seinem jeweils gegen Ende der Konzerte intensiviertem Stage-Acting als unverzichtbaren Teil der Band etabliert hatte. Er wird der Szene aber als Sänger von Fire Rose erhalten bleiben.

    Crown Of Glory-Reise die Achte
17. bis 19. August 2018, Rhön Rock Open Air  
 
Die achte Fanreise führte also ans Rhön Rock-Festival. Dieses zweitägige Festival fand zum zweiten Mal statt. Es verwandelt die Kuhweide vor Hünfeld-Oberfeld in der Nähe von Fulda jeweils in ein entspanntes lautes Festgelände. Da die Distanz doch ziemlich beträchtlich ist, fuhr die Band samt Crew bereits am Freitagabend los. Ein Zwischenhalt mit Hotelübernachtung in Heilbronn sollte einen möglichst entspannten Festival-Samstag ermöglichen. Und das tat es mehr oder weniger auch. Erstaunlich ist, wie sich bei diesen Fahrten altgediente Fans mit Neulingen mischen. Als alter Hase wage ich zu behaupten, dass wir zusammen mit der Band alles daran setzen, die Frischlinge sofort in die Crew-Familie aufzunehmen. Und das klappt laut einigen Rückmeldungen hervorragend. Einsteigeorte waren diesmal neben den obligaten Sursee und Sissach auch ein Parkplatz südlich von Rottweil. Dort nahm der Bus ein deutsches Paar zur munteren Gruppe auf. Anschliessend war geplant, gegen 22 Uhr in einer Raststädte zu schlemmen. Das Personal dort war aber ob der grossen Gruppe etwas überrascht und gab trotz massiver Unterbesetzung alles, damit der Hunger gestillt werden konnte. Heilbronn erreichte die Metalcrew gegen halb eins.

Da die Bar wenig einladend wirkte, verzogen sich die meisten gleich ins Zimmer. Der Samstag wartete mit einer Überraschung auf. Die Weiterfahrt, die auf 10.30 Uhr angesetzt war, verzögerte sich bis 11.45 Uhr. Der Buschauffeur hatte nachts beim Parkieren ein Vordach nicht gesehen und eine Seitenscheibe des Busses eingeschlagen. Ein Besuch im Baumarkt und handwerkliches Geschick, auch von Seiten der Crew, half, das Problem provisorisch zu lösen. Diese Verzögerung verursache bei Crown Of Glory ein wenig Stress. Schliesslich wurde der Hotelaufenthalt in Hünfeld von 1.5 Stunden auf 45 Minuten verkürzt. Um halb fünf fuhren dann alle frisch geduscht auf das Festival-Gelände. Dort wurde die Crew von den Veranstaltern herzlich und euphorisch empfangen. Die Bühne und das Gelände waren ziemlich gross. Das kulinarische Angebot stammte von regionalen Firmen und schmeckte ausgezeichnet. Auch die Bands AC Angry, Gun Barrel und die Rammstein-Coverband Stahlzeit überzeugt. Nur Fa/ke konnten mich nicht lange vor der Bühne halten, da ihre beiden Gitarristen den sonst hervorragend gespielten AC/DC-Covers nachlahmten. Da fehlt es schlicht noch an Präzision. Vielleicht lag es aber auch am Bühnensound. Dieser war zumindest beim Crown Of Glory-Konzert unterirdisch. Laut unseren Helden glich ihr Auftritt einem Blindflug. Vor der Bühne war davon aber nichts zu merken.


Bereits um 18 Uhr spielten sie noch vor erst spärlichem Publikum auf. Schnell konnten sie auch viele Besucher ausserhalb der Crew für sich gewinnen. So glich der eigentlich letzte offizielle Auftritt mit Philipp einem wahren Siegeszug, der einzig bei einem etwas späteren Auftritt noch grösser gewesen wäre. Da aber Gun Barrel, AC/DC und Rammstein (wenn auch gecovert) bekannter sind, machte die Position der Eidgenossen durchaus Sinn. Die Rufe nach Zugaben am Schluss stammten definitiv nicht von der Crew, auch wenn diese gerne noch ein paar Lieder mehr gehört hätten. Als hätte die Crew ihr Spätabend-Schicksal geahnt, sass sie bereits während des Festivals teilweise zusammen. Gut so, denn um ein Uhr im Hotel angekommen, war definitiv keine offene Bar mehr auszumachen. So wurde erneut das mögliche letzte Bier durch die Bettmatratze getauscht. Entsprechend entspannt traten die meisten die Heimfahrt an. Bei dieser merkte man schnell, dass die zwei Etappen am Freitag und Samstag Sinn gemacht hatten. Der Bus tuckerte die Crew nun langsam aber stetig Richtung Schweiz.

Was bleibt: Das Rhön Rock Open Air war tatsächlich nicht das letzte Konzert mit Keyboarder Philipp. Dieser bleibt der Band noch bis Ende Jahr für Konzerte erhalten, wobei eigentlich keine mehr geplant sind. Der Auftritt Anfang September am Riverside (u.a. mit Gotthard) kam zustande, weil eine andere Band kurzfristig nicht konnte. Gerüchten zu Folge räumten Crown Of Glory aber auch dort noch in alter Besetzung alles ab. Schade ist der Abschied von Philipp. Crown Of Glory suchen jetzt einen neuen Keyboarder und Backing-Sänger. Mit voller Kraft möchten sie ein neues Album aufnehmen. Und wer weiss, vielleicht ist dieser Wechsel notwendig und stellt sich im Nachhinein sogar als entscheidender glücklich Moment in der Bandgeschichte heraus. Wir bleiben dran und freuen uns auf jeder noch kommende Konzert. Und wer weiss, vielleicht wird es irgendwann ja eine neunte Fanfahrt stattfinden.





 
Livereview Crown of Glory
17. bis 19. August 2018, Rhön Rock Open Air, Hünfeld Germany
By Roger Wetli, Konzertfoto Karin Safi
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